Konstanzer Sternekoch Dirk Hoberg liebt Wassersport

Sternekoch Dirk Hoberg über Genuss, Rituale und wie er Inspiration findet

Für Sternekoch Dirk Hoberg ist der Bodensee ein großer Wassersportplatz - zum Glück nur einen Steinwurf von seinem Feinschmecker-Restaurant Ophelia entfernt.

Dienstage mag Sternekoch Dirk Hoberg besonders gern. Da lässt er in aller Früh sein Motorboot ins Wasser, nimmt drei, vier Köche aus seinem Team mit an Bord und dreht ein paar Wakeboard-Runden im Konstanzer Trichter. „Für mich der perfekte Start in den Tag“, sagt der Mann, der mit seinen Kochkünsten bereits zwei Michelin-Sterne an den Bodensee geholt hat. „Schade, dass unsere Tour heute wegen der schlechten Wetterprognose ausfallen muss.“ Also startet der Ophelia-Chefkoch an diesem Dienstag nicht im Neopren-Anzug in seinen freien Tag, sondern ganz entspannt daheim. In hellgrüner Stoffhose und weißem Leinenhemd.

Frisch sieht er aus, als fühle er sich sehr wohl in seiner Haut: wache blaue Augen, freundliches Lächeln, sportliche Kurzhaarfrisur. Ein durchtrainiertes Energiebündel, dem man nicht ansieht, dass ihm zurzeit vier Stunden Schlaf reichen. Reichen müssen. Der Grund für seine kurzen Nächte hat blonde Locken, einen rosa Schnuller und wirft sich gerade an Papas Bein. „Die gemeinsame Zeit mit Summer ist einfach wunderbar“, schwärmt Hoberg von seiner kleinen Tochter. Seit ihrer Geburt ist Summer Marie der neue Mittelpunkt im Leben von Dirk Hoberg und seiner Frau Kathrin. Was macht schon ein ins Wasser gefallener Wakeboard-Vormittag, wenn er die Zeit mit seiner Familie verbringen kann? Mit Kaffee aus der Kapsel und entspannten Spotify-Klängen in der Wohnküche seiner Petershausener Dachwohnung. Ganz normal, ohne Chichi und aufwändige Genussrituale.

Genuss: Was ist das für jemanden, der dafür lebt, andere zu verwöhnen?

„Für mich heißt Genuss, dass ich Zeit mit den Menschen verbringen kann, die mir wichtig sind“, sagt Hoberg. Darum lädt er sich gerne Freunde ein, kocht für sie einfache Gerichte an seinem Induktionsherd und macht es sich beim Quatschen in den Korbsesseln auf dem Balkon bequem. Bei solchen Gelegenheiten hält sich der 38-Jährige an die simplen Rezepte: „Man nehme ein Glas Wein und schütte es in den Koch“, hängt als Kochtipp bei ihm an der Küchenwand.

Für Hoberg sind diese Abende mit Freunden besonders wertvoll, weil Treffen am Wochenende oder abends für einen Koch flachfallen. Von zehn Uhr morgens bis Mitternacht steht der gebürtige Osnabrücker in der Küche und zaubert mit seinem Team Kreationen, die gut aussehen und vor allem kulinarisch überzeugen sollen. Bilder auf die Teller malen nennt er das. Er würde
das nie als Arbeit bezeichnen. „Ich liebe es einfach zu kochen und Menschen mit meinem Essen glücklich zu machen“, sagt Hoberg, der vom Restaurantführer Gault & Millau zum Aufsteiger des Jahres 2018 gekürt wurde.

Als 26-Jähriger kam er an den Bodensee, um im Edel-Hotel Riva die Küchenleitung des Restaurants Ophelia zu übernehmen. Da hatte er schon seine Ausbildung in Osnabrück und seine prägenden Küchenjahre bei Sternekoch Harald Wohlfahrt in Baiersbronn hinter sich. Zum Glück. Wäre er früher in See- oder Meernähe gekommen, hätte die Gourmetwelt den Sternekoch vielleicht ans Wasser verloren. „Gut möglich, dass ich Surfprofi geworden wäre, wenn ich all die unglaublichen Wassersportarten schon früher für mich entdeckt hätte“, erzählt er. Vor allem das Kitesurfen hat es ihm angetan. Zwei Wochen Ägypten, von morgens bis abends im Meer, stehen deshalb fest im Jahresplan. Und im Februar, wenn das Ophelia geschlossen ist, packt Hoberg die Rucksäcke und nimmt Kathrin und Summer mit auf Asientour, am liebsten nach Vietnam. Da gibt es was Leckeres zu essen – und viel Wasser.

Redaktion SÜDKURIER Alpha

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