Influencer Marketing: Warum Influencer bedeutend bleiben

Influencer Marketing: Warum digitale Meinungsführer wichtig bleiben

Spätestens seit Rezos viralem Polit-Video „Die Zerstörung der CDU“ wissen wir: Influencer sind ein einflussreicher Teil unserer Medienlandschaft. Studien belegen: Auch ihre Bedeutung für die Kaufentscheidungen von Konsumenten steigt.

Rezo, Dagi Bee, Bianca Claßen: Influencer sind nicht mehr aus unserer Medienlandschaft wegzudenken. Dank ihrer hohen Reichweite und dem starken Identifikationspotenzial für ihre Follower sind sie eine interessante Ergänzung für den Marketing Mix eines Unternehmens. Mit Influencer Marketing können Sie relevante Zielgruppen nachhaltig beeinflussen.

Dabei sprechen Influencer nach wie vor besonders jüngere Zielgruppen an – eine Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) aus dem Jahr 2019 belegt, dass „fast jeder zweite Befrage unter 45 Jahren mit regelmäßigem Kontakt zu Influencern auch schon einmal deren Produkt gekauft“ hat. Insgesamt gab ungefähr jeder fünfte Befragte an, mindestens einmal bei einer Kaufentscheidung durch einen Influencer beeinflusst worden zu sein. Natürlich könnte dieser Anteil noch höher sein, doch die Befragung verdeutlicht auch das Potenzial der digitalen Meinungsführer: Irgendwann werden alle Altersgruppen Digital Natives sein, die höchstwahrscheinlich soziale Medien nutzen. Dadurch sind sie dem meinungsbildenden Einfluss der Influencer kontinuierlich ausgesetzt.

Mikro-Influencer: Erfolg mit Authentizität

Wichtig für erfolgreiches Influencer Marketing ist in diesem Zusammenhang der hohe Anspruch, den Digital Natives an Rezo und seine Kollegen stellen. Sie fordern mehr Authentizität und Relevanz im Content Marketing. Der Influencer muss also zum Unternehmen passen und seinen Purpose authentisch transportieren. Mikro-Influencer sind hier oft eine gute Wahl, da ihre Inhalte spezifisch auf ihre Community zugeschnitten sind und somit ein sehr hohes Identifikationspotenzial für ihre Follower haben. Indem sie eine Nische bedienen, erreichen sie ein höheres Engagement ihrer Follower als Makro- oder Mega-Influencer.

Wie wichtig Authentizität ist, zeigt auch eine Studie der HTW Berlin in Zusammenarbeit mit dem Marketing-Experten Sven Wedig. Ihren Auswertungen zufolge bestünde das höchste Interesse bei privaten Themen, also Posts, die den Influencer in seinem authentischen Umfeld zeigen. Ein „Mix aus privaten und bereichseigenen Themen“ verspräche demnach den höchsten Erfolg auf Instagram. Für Unternehmen bedeutet das: Produkt und Gesicht müssen zueinander passen.

Trends: KI, CGI und Social Media Marketing

Eine Umfrage der Influencer-Marketing-Plattform Reachbird fasst die Trends für das Jahr 2020 in einem Report zusammen. Demzufolge erweitern Influencer ihren Einfluss, erschließen neue Plattformen und liefern messbarere Ergebnisse. Auch die Zusammenarbeit von Influencern und Unternehmen soll transparenter werden und Content wird häufiger durch Paid Ads verlängert.

Zudem verändert sich die Art oder Beschaffenheit der Influencer. Neben Mikro-Influencern wird es Reachbird zufolge immer mehr Sportler und Athleten geben, die als authentische Meinungsführer gelten. Auch Gaming-Influencer werden einflussreicher, sagte George Danzer, Gründer der Ad-Plattform Youblicity, gegenüber der Fachzeitschrift Horizont. Die beiden Instagram-Stars Miquela und Shudu repräsentieren eine spezielle Nische: Die beiden Influencerinnen sind virtuelle Avatare, die nur online existieren. Sie sind Teil einer neuen Welle an virtuellen Youtubern, Influencern und Stars, unterstützt durch künstliche Intelligenz und CGI (Computer Generated Imagery). Einige Follower stehen ihnen noch misstrauisch gegenüber, doch mit dem technologischen Fortschritt dürften auch sie sich mit dem technologischen Fortschritt im Medienalltag etablieren.

Corporate Influencer im Marketing Mix für gelungenes Employer Branding

Die Umfragen beweisen, wie wichtig Influencer für die Meinungsbildung ihrer Follower sein können. Das Aufkommen virtueller Avatare oder Influencer aus neuen Sparten zeigt, wie viel Potenzial noch in ihnen steckt. Zwar sollten Unternehmen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht allein auf Influencer verlassen, sondern sie als Teil ihres Marketing Mix betrachten; doch eine gelungene Kampagne mit einem gut gewählten Influencer erhöht die Reichweite für das eigene Produkt und steigert Verkaufszahlen. Gegebenenfalls entsteht aus dieser Kampagne sogar eine langfristige Zusammenarbeit. Dann agiert der Influencer als kanalübergreifendes Testimonial, als glaubwürdiger und authentischer Botschafter Ihres Unternehmens. Mit einem Corporate Influencer können Sie alternativ eigene Markenbotschafter schaffen und zeitgleich Ihr Employer Branding stärken: Als Corporate Influencer treten kompetente Mitarbeiter in den Vordergrund, indem sie auf Social Media Einblicke in ihre Arbeit gewähren.

Influencer Marketing funktioniert sowohl im B2C- als auch B2B-Bereich. Darum sollte jedes Unternehmen prüfen, inwieweit sie es in ihre Kommunikationsstrategie einbinden können, um von der Reichweite der digitalen Meinungsführer zu profitieren.

Stella Sussner

Redakteurin SÜDKURIER Alpha

Intellektuell wie kreativ sucht Stella Sußner die Herausforderung. Dabei lebt und arbeitet die ausgebildete Journalistin crossmedial mit dem Zeitgeist – grenzüberschreitend und mobil.